Iseosee

25.05.2016

Ein verlängertes Wochenende lädt uns stets dazu ein einen Kurztrip mit unseren Rädern in die Sonne zu machen. So auch dieses Jahr zu Fronleichnam. Aber wohin soll es gehen? Da wir dieses Jahr schon eine ganze Woche am Gardasee verbrachten, zieht es mich dort nicht unbedingt nochmal hin. Frank möchte aber auch nicht zum Comersee. Also entscheiden wir uns für die Mitte und beschließen zum ersten Mal an den Iseosee zu fahren. Der geeignete Campingplatz ist auch schnell gefunden und zwar der Campeggio die Riva San Pietro in Marone (http://www.rivasanpietro.it/). Der Campingplatz ist wunderschön gelegen. Wir können unser Zelt direkt am Wasser aufschlagen, die Sanitäranlagen und Waschplätze sind neu renoviert und sehr offen gestaltet, sodass wir keine Minute ohne Blick auf den See verschwenden. Wer nicht gern selber auf einem kleinen Trangia-Kocher sein Abendessen kochen möchte, dem bietet der Campingplatz im Kiosk ein Restaurant an, der sehr leckere Pizza, Pasta und Fleischgerichte zu fairen Preisen hat. Da viele Pizzerien in Marone schließen mussten, ist es eine super Alternative (mit exklusiver Lage am See!). Allgemein ist die Ecke um Marone nicht sehr touristisch und der Ort an sich ist sehr ruhig. Morgens nach Ankunft schlendern wir erstmal über einen italienischen Markt an der Uferpromenade entlang, wo die Italiener Kuchen, Fleisch (Brathähnchen), Gemüse und Klamotten einkaufen. Für einen obligatorischen Cappucino finden wir auch gleich eine Bar im kleinen Hafen: "Bar sul lago". Hier gibt es auch nach den anstrengenden Touren die verdiente Eiskugel.

Ein geologisches Highlight sind die Erdpyramiden von Zone nicht weit entfernt von Marone. Uns führt ein Rundwanderweg (2,5 km) an den Säulen mit Hut vorbei, der in Cislano an der Kirche beginnt. Ab und zu ist der Weg ziemlich steil, sonst einfach zu machen. An vielen Aussichtspunkten können wir das Erosionsschauspiel bewundern und sogar anfassen. Zahlreiche Infotafeln informieren uns über die Entstehung der Hoodoos und allgemein über die Entstehung des Iseosees, da man hier auch einen tollen Blick über den See mit der Insel Monte Isola, die größte Binnenseeinsel Europas. Da solche Pyramiden selten sind in Europa, ein absolutes Muss.

Die erste MTB-Tour führt uns auf den 1957 m hohen Monte Guglielmo. Zunächst geht es auf einer Teerstraße durch ein super heißes Tal an einsamen Bauernhöfen und meckernden Ziegen vorbei bis hoch auf 1200 hm, wo ich erst mal eine Pause brauche um mich von dem Hitzschlag zu erholen. Dann führt uns ein Schotterweg in kühlere Gefilde und mit einem letzten steilen Anstieg bis zum Rifugio Almici. Frank zieht den steilen Anstieg tatsächlich im Sattel durch. Nach wenigen Meter kapituliere ich, da ich sonst wirklich in mein Lenkrad hätte beißen müssen um nicht hinten über zu kippen. Durch die schwüle Hitze haben wir leider keinen schönen Blick auf den See, da eine dicke Dunstglocke über ihn liegt. Laut BIKE-Magazin soll uns ein traumhafter Trail hinunter bis nach Zone führen. Anfangs noch flüssig zu fahren, wandelt sich dieser leider in eine lange Tragepassage entlang eines Grads um, der sicherlich 500 hm ausmacht. Nicht empfehleswert! Danach genießen wir aber wieder Trails hinab nach Marone an Dinosaurierfussabdrücken vorbei. Kleiner wichtiger Hinweis: in den kleinen Bergdörfern gibt es immer wieder Brunnen, die Trinkwasser führen und einladen zum Flaschenauffüllen.

Die zweite Tour geht zunächst auf einem Radweg entlang des Sees bis nach Pisogne und dann als Rundkurs in Richtung Val Palot zu einem schattigen Picknickplatz, wo wir eine ausgiebige Brotzeitpause machen. Danach geht es über kurze Trails (Achtung: rutschig, da durch feuchten Buchenwald) und mit tollen Blicken in das Tal wieder hinunter zum See.

Unser Fazit: eine gute Alternative zum Gardasee um den Tourimassen zu entkommen. Da die Anreise sehr lang ist, unbedingt mehr als zwei Nächte einplanen. Jedoch sind die Tour-Möglichkeiten für MTB hier nicht so zahlreich und vielfältig wie am Gardasee. Kein Vergleich. Das nächste Mal müssen wir das Rennrad mitnehmen. Im Hinterland gibt es laut Karte unglaublich viele kleine Pässe zu erkunden, die kaum frequentiert sind!

In den Weiterführenden Links, Bildergallerie und GPS-Daten wie gwohnt. Viel Spass beim klicken!.

2 Kommentare

Helga - 29.07.2016 - 18:02 Uhr  ✪✪✪
Liebe Katharina, vielen Dank für Deinen wundervollen Reisebericht. Du hast wieder so lebendig und interessant geschrieben, von Fakten und dem Dir erlebten, auch die Bilder sind wieder wunderschön.
Lieber Frank, vielen Dank für Deine superschön gestaltete Internetseite, so kann ich mir Eure Reisen genau vorstellen und miterleben. Klasse auch die GPS-Tracks und die weiterführenden Links.
Ich freu mich schon auf die nächsten News.

katharina - 04.08.2016 - 23:36 Uhr 
Hallo Helga!
Das freut und riesig, dass dir die Texte so gut gefallen. Das motiviert voll. Bald gibt es schon den nächsten Beitrag und zwar vom Vinschgau.
Heute war ich auf dem Konzert von Status Quo auf dem biberacher Marktplatz. Trotz Regen war es klasse🎸
Viele Grüsse aus dem schwobaländle!

Kommentar eintragen



*  


Copyright © 2015 biber-bike.de  |  Impressum

|  Drucken  |